Hannibal. Ein Versuch über die Vanitas

Peter Panyoczki, «Hannibal. Ein Versuch über die Vanitas», 1990. 3 x 3 Triptycha; Stahl, 40 x 25 cm, Papier, 44 x 32 cm, Blei 40 x 25 cm. Einmalige, limitierte Auflage der «Edition Heads | HSB», 1991, in 81 vom Künstler signierten (vorne, unten rechts) und nummerierten Exemplaren.

Hannibal. Ein Versuch über die Vanitas

Peter Panyoczki / 1991

panyoczki.ch

Peter Panyoczki wurde 1953 in Budapest geboren. 1957 emigrieren seine Eltern mit ihm in die Schweiz. Nach der Mittelschule studiert er in Zürich Germanistik und Kunstgeschichte und schliesst mit dem Lizentiat ab.

Er geht 1979 als Universitätsassistent in die USA. 1980 verfilmt er die Beckett-Erzählung «First Love» (Drehbuch und Regie). Studienaufenthalte führen ihn nach Rotterdam, Florenz, Wien, Barcelona, Neuseeland.

Seit 1979 zeigt Peter Panyoczki seine Werke regelmässig in Galerien des In- und Auslands. Er versucht mit seiner Kunst «in den Zustand eines vorsprachlichen Bewusstseins» zurückzukehren, eine «Synthese von Sehen und Denken» herzustellen. Das Ergebnis sind vielschichtige Malereien und Objekte: Das Archaische ihrer Dringlichkeit – Sand, Asche, Farbpigment, Leim, Holz, Stein und Metall sind Panyoczkis bevorzugte Materialien – vermählt sich mit den Gedanken zu Zeichen der Zeit, des Seins und des Bewusstseins.

Für Peter Panyoczki sind Hannibal und dessen Zug von Spanien über die Alpen nach Italien ein Anlass – nicht das Thema selbst. Dieses erschliesst sich erst im Untertitel: Vanitas, ein Schlüsselbegriff aus der Welt des Barocks, die uns heute wieder so nahe scheint, mahnt die Vergänglichkeit an, die von Anfang weg unser Tun begleitet. Ihr Kontrapunkt ist die Beständigkeit, Constantia.

Aus dieser Perspektive ist Hannibals Gewaltsmarsch dann doch kein zufälliger Anlass. Was hat der Karthager nicht unternommen! Wie gefürchtet, geachtet und gerühmt wurde er zu seiner Zeit! Was ist geblieben? Die Berge, an denen Hannibal, seine Tausende von Kriegern und Dutzende von Elefanten sich fast aufrieben, sind noch immer da, doch Karthago ist nunmehr eine Ruine.

Peter Panyoczki hat sich auch vom Mythisch-Magischen anziehen lassen, das eine Figur wie Hannibal umgibt und das die Künstlerreise in umgekehrter Richtung zu einem besonderen Ritual werden liess. Der Künstler – auf dem Motorrad reitend, erd- und weltverbunden, dennoch fast ein Geschoss – pflügt wie ein Periskop durch das Meer der Zeit, in dem sich inzwischen die Sedimente von mehr als 2200 weiteren Jahren abgelagert haben.

Die Zeichen, die Peter Panyoczki auf dieser Reise setzte, sprechen ihre je eigene Sprache: Stahl und Blei, Symbol des Krieges das eine, Symbol der Zeit das andere, beide von relativer Beständigkeit, denn Oxydation setzt auch ihnen zu: Papier, die Zeit und die Geschichte zusammenführend, doch ausgeliefert der Vergänglichkeit.

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